Nicht ganz. Diese Frage stellen sich viele Bewerber:innen, insbesondere weil ich beruflich als Produktmanager bei den ÖBB tätig bin und regelmäßig an Besprechungen, Projekten und Dienstreisen teilnehme.

Tatsächlich unterscheidet sich Persönliche Assistenz jedoch deutlich von einer klassischen Büroassistenz, einem Sekretariat oder einer Assistenzfunktion für Führungskräfte.

Was macht eine klassische Büro- oder Managementassistenz?

Assistent:innen in Unternehmen unterstützen Führungskräfte oder Teams häufig bei organisatorischen und fachnahen Aufgaben wie:

  • Terminmanagement
  • E-Mail-Koordination
  • Reiseorganisation
  • Vorbereitung von Besprechungen
  • Protokollführung
  • Korrespondenz
  • administrative Tätigkeiten
  • Unterstützung bei Projekten

Sie arbeiten unmittelbar im beruflichen Fachkontext ihrer Vorgesetzten oder ihrer Organisation.

Wie ist das bei Persönlicher Assistenz?

Persönliche Assistenz unterstützt nicht die berufliche Funktion einer Person, sondern die Person selbst.

Im Mittelpunkt steht dabei der Ausgleich behinderungsbedingter Barrieren.

Persönliche Assistent:innen übernehmen daher keine fachlichen Aufgaben eines Berufs und treffen keine inhaltlichen Entscheidungen. Stattdessen unterstützen sie dabei, dass die assistenznehmende Person ihre beruflichen, privaten und gesellschaftlichen Aktivitäten selbstständig ausüben kann.

Wie sieht das im AssistenzTEAM konkret aus?

Als Produktmanager im internationalen Bahnverkehr bin ich selbst für meine fachlichen Aufgaben verantwortlich.

Dazu gehören beispielsweise:

  • die Zusammenarbeit mit internationalen Bahnunternehmen
  • die Steuerung von Dienstleister:innen
  • die Entwicklung von Angeboten im Nachtzugverkehr
  • betriebliche und strategische Entscheidungen
  • Projekt- und Produktmanagement

Diese Aufgaben werden nicht von Persönlichen Assistent:innen übernommen.

Die Unterstützung erfolgt dort, wo aufgrund meiner Behinderung praktische Barrieren entstehen.

Beispiele dafür sind:

  • Begleitung zu beruflichen Terminen
  • Unterstützung auf Dienstreisen
  • Hilfe beim Gepäcktransport
  • Unterstützung in Bahnhöfen oder anderen nicht vollständig barrierefreien Umgebungen
  • Assistenz bei der Nutzung von Hotelzimmern auf Reisen
  • Unterstützung bei organisatorischen Handgriffen im Arbeitsalltag
  • Mobilität bei Veranstaltungen, Terminen oder Außeneinsätzen

Die fachlichen Entscheidungen und Inhalte bleiben dabei immer meine Aufgabe.

Warum wird das oft verwechselt?

Weil ein Teil der Unterstützung auch im beruflichen Umfeld stattfindet.

Wer mich beispielsweise zu einer Besprechung begleitet, unterstützt mich dabei, den Termin wahrnehmen zu können. Die Assistenz nimmt jedoch nicht selbst an der Besprechung teil, trifft keine fachlichen Entscheidungen und übernimmt keine Aufgaben eines Projektmanagements oder einer Assistenz der Geschäftsführung.

Was macht den Unterschied aus?

Eine Assistenz der Geschäftsführung oder eine Managementassistenz unterstützt die berufliche Funktion einer Person.

Eine Persönliche Assistenz unterstützt die Person dabei, ihre berufliche Funktion trotz behinderungsbedingter Barrieren ausüben zu können.

Das ist ein wesentlicher Unterschied.