Wie sieht ein Arbeitstag als Persönliche Assistent:in eigentlich aus?
Die ehrliche Antwort: Jeden Tag ein bisschen anders.
Manche Dienste beginnen im Büro, andere zuhause. Manchmal besuchen wir ein Konzert, machen einen Ausflug in die Berge oder sind beruflich auf Reisen. Genau diese Vielfalt macht die Arbeit besonders.
Persönliche Assistenz bedeutet dabei nicht, für jemanden Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, dort zu unterstützen, wo ich aufgrund meiner Behinderung praktische Hilfe brauche. Mein Alltag bleibt mein Alltag. Du hilfst lediglich dabei, dass vieles möglich wird, was sonst unnötig kompliziert wäre.
Ein Dienst als Persönliche Assistent:in
Es ist kurz nach 16 Uhr.
Vielleicht treffen wir uns direkt im Büro. Bevor wir nach Hause fahren, gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Eine Tasche muss gepackt werden, Unterlagen gehören verstaut, ein Beamer angeschlossen oder etwas aus einem hohen Regal geholt.
Oft sind es nur wenige Handgriffe. Genau diese kleinen Dinge machen aber den Unterschied zwischen „geht nicht“ und „ist in zwei Minuten erledigt“.
Danach beginnt der Heimweg. Je nach Wetter sind wir zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit meinem Handbike unterwegs. Wenn ich mit dem Handbike fahre, begleitest Du mich mit dem Fahrrad oder einem Scooter durch Wien.



Persönliche Assistenz bei Veranstaltungen und Konzerten
An diesem Tag steht ein Konzert auf dem Programm.
Während andere Besucher einfach durch den Haupteingang gehen, organisieren wir zuerst den barrierefreien Zugang. Du sprichst kurz mit dem Portier, organisierst den Lift und kümmerst Dich um Dinge, die für andere oft selbstverständlich sind.
Kurz darauf sitzen wir mit Freunden bei einem Getränk. Vielleicht unterhalten wir uns über Musik, Reisen oder aktuelle Ereignisse. Vielleicht beschäftigst Du Dich in dieser Zeit selbst ein wenig. Beides gehört zum Alltag.
Konzerte und Veranstaltungen im Dienst miterleben
Während des Konzerts hast Du oft wenig zu tun und kannst die Musik im Saal genießen. Danach wird wieder Unterstützung gebraucht: bei der Garderobe, am Heimweg oder bei einzelnen Handgriffen.
Gegen 22 Uhr endet der Dienst.



Persönliche Assistenz zuhause
Nicht jeder Dienst führt uns durch Wien oder quer durch Österreich.
Manchmal beginnt der Tag ganz gewöhnlich in meiner Wohnung.
Die Spülmaschine wird ausgeräumt, die Fenster geöffnet und ein Espresso vorbereitet. Die Katze hat während meiner Abwesenheit beschlossen, einen Blumentopf umzuwerfen. Also landet ein Teil des Dienstes plötzlich mit Kehrschaufel und Blumenerde auf dem Boden.
Später gehen wir einkaufen, holen ein Paket von der Post ab oder bereiten gemeinsam das Abendessen vor.
Kulinarische Highlights im Dienst
Während Kartoffeln am Herd kochen und Musik läuft, entstehen oft die angenehmsten Gespräche des Tages.



Persönliche Assistenz im Büro, im Beruf und Arbeit
An manchen Tagen unterstützt Du mich direkt bei meiner beruflichen Tätigkeit. Wir treffen uns im Büro oder fahren gemeinsam zu einem anderen Standort. Da ich selbst ein Auto nutze, unterstützt Du mich gegebenenfalls beim Lenken des Dienstwagens.
Vor Ort transportierst Du Taschen oder technische Ausrüstung, richtest einen Besprechungsraum her oder hilfst beim Aufbau eines Beamers.
Bezahlte Arbeitsbereitschaft für sich nutzen
Während einer Schulung oder Besprechung bist Du in der Nähe erreichbar. Oft wird Deine Unterstützung nur für einzelne Handgriffe benötigt. Dazwischen entstehen immer wieder längere Phasen, in denen Du Dich selbst beschäftigen kannst.
Nach Abschluss der Termine helfen wir beim Zusammenräumen, verstauen die Unterlagen und fahren zurück.
Persönliche Assistenz auf Dienstreisen
Gelegentlich begleitet mich eine Assistentin oder ein Assistent auch beruflich.
Vielleicht geht es früh morgens nach Innsbruck oder in eine andere Stadt. Am Bahnhof wird Gepäck verstaut, im Zug ein Kaffee organisiert und im Hotel alles so eingerichtet, dass ich problemlos auf meine Sachen zugreifen kann.
Die Rolle als Persönliche Assistenz verstehen
Besonders spannend sind oft die kleinen Situationen unterwegs.
Immer wieder richten Menschen Fragen über meinen Rollstuhl oder meine Reisepläne an die Begleitperson, obwohl sie eigentlich mich betreffen. In solchen Momenten zeigt sich sehr gut, worum Persönliche Assistenz geht: Unterstützung ohne Stellvertretung.
Die Antworten kommen von mir. Die Unterstützung kommt von Dir.
Persönliche Assistenz bedeutet Unterstützung statt Stellvertretung.



Persönliche Assistenz bei Ausflügen und Freizeitaktivitäten
An manchen Wochenenden tauschen wir Büro und Großstadt gegen Wanderwege und Bergluft.
Mit Kamera, Proviant und guter Laune geht es Richtung Semmering. Während andere Wandergruppen einen Kinderwagen oder einen schweren Rucksack den Berg hinaufschieben, begleitet mich mein Zuggerät über Waldwege und Schotterstraßen.
Du unterstützt dort, wo zusätzliche Hände hilfreich sind. Beim Fotografieren. Beim Tragen eines Stativs. Bei einer schweren Tür auf einer Berghütte. Oder einfach dann, wenn unterwegs etwas Unvorhergesehenes passiert.
Dazwischen bleibt Zeit für eine Pause auf einer Hütte, ein gutes Gespräch oder einfach den Blick auf die Berge.



Was alle Dienste gemeinsam haben
Kein Tag gleicht dem anderen.
Mal bist Du im Büro, mal in einem Konzertsaal, mal auf einer Dienstreise oder auf einem Wanderweg unterwegs. Du lernst unterschiedliche Menschen kennen, erlebst neue Situationen und wirst Teil eines Teams, das seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.
Nicht jede Minute eines Dienstes erfordert aktive Unterstützung.
Viele Tage wechseln zwischen intensiven Phasen und ruhigeren Zeitfenstern. Während ich beispielsweise telefoniere, arbeite, Besprechungen führe oder mich mit Freund:innen unterhalte, bist Du zwar vor Ort, wirst aber nicht permanent gebraucht.
Diese Zeiten zählen selbstverständlich als bezahlte Arbeitszeit.
Viele Assistent:innen nutzen solche Phasen zum Lesen, Lernen, Schreiben, Essen oder einfach zum Entspannen.
Persönliche Assistenz ist keine gewöhnliche Tätigkeit.
Sie verbindet Verantwortung mit Freiraum, Selbstständigkeit mit Teamarbeit und Alltag mit außergewöhnlichen Erlebnissen.
Genau deshalb bleiben viele Assistent:innen viele Jahre im assistenzTEAM.
Persönliche Assistenz im Alltag
Persönliche Assistenz ermöglicht Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben. Die Tätigkeit umfasst Unterstützung im Beruf, zuhause, auf Reisen, bei Freizeitaktivitäten und im gesellschaftlichen Leben. Im assistenzTEAM in Wien erwartet Dich ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag auf Augenhöhe.
